Mehr als vier Monate leben wir nun schon in Rundu. Die Zeit scheint im Fluge zu vergehen. Kaum hat die Woche angefangen ist auch schon wieder Freitag und wir treffen uns mit all unseren Interteam-Freunden zum gemütlichen Abendessen. Wir wechseln uns dabei ab und egal ob man selber kocht oder eingeladen wird, es ist jedes Mal ein wunderbarer Abend.
Ansonsten haben wir uns super eingelebt. Wir haben ein schönes Zuhause.
Die
Mädchen gehen gerne zur Schule und können sich schon ziemlich gut auf Englisch
verständigen. Es ist sehr spannend ihnen zuzusehen, wie sie täglich ihren
Wortschatz erweitern und den ganzen Tag ihre neuen Lieder vor sich hin singen -
mehr oder weniger verständlich, aber immer mit gleichem Inhalt: Jesus und Gott!
Auch Loris entwickelt sich prächtig hier unter der
namibischen Sonne! Er ist ein grosser Bub und hat sogar schon drei Zähne. Er
isst genüsslich seinen Gemüsebrei und seine Früchte und verschmäht auch ein
Stück Brot zwischendurch nicht.
Nach den ersten Ferien und Besuchen ist nun wie
gesagt "Alltag" eingekehrt. Anica und Maxime sind jeweils morgens von
8 bis 12 Uhr in der Schule/Kindergarten. Allerdings geht Maxime nur Montag,
Mittwoch und Freitag.
Ich beschäftige mich am Morgen mit Haushalt und geniesse
die Stunden mit Loris. Weil es noch ein paar Wochen geht bis die Regenzeit
einsetzt, muss ich täglich den Garten wässern. Ich habe angefangen ein paar
Dinge zu pflanzen wie Peterlie, Basilikum und Schnittlauch. Dann haben wir auch
einige andere Grünpflanzen und einen Zitronen- sowie mehrere Mangobäume.
Einige Zeit nimmt auch die Wäsche in Anspruch. Da
unser Garten nur aus Sand besteht, kann man sich vorstellen, wie Anica und
Maxime abends aussehen. Dementsprechend gibts auch viel zu waschen und vor
allem aufzuhängen. Die restliche Zeit geniesse ich dann mit Loris und Maxime.
Von 13 bis 14 Uhr hat Lukas jeweils Mittagspause
und kommt zum Essen nach Hause. Die Nachmittag verbringen wir dann im Garten,
meistens mit noch vielen anderen Kindern. Die Strasse, in welcher wir wohnen
ist voll von Kindern jeden Alters und so wird es Anica und Maxime nie
langweilig. Entweder wird bei uns gespielt oder irgendwo sonst.
Enden tun
unsere Tage dann ziemlich müde, aber glücklich in der Badewanne. Und nach einer
kurzen Geschichte fallen den beiden auch schon die Augen zu.
Freizeitangebote gibt es hier gar keine! Somit ist
eigentlich die grösste Herausforderung, welche die Zeit hier an uns stellt,
dass wir uns als Familie miteinander beschäftigen müssen, dürfen, können...
Am Anfang hatte ich davor ziemlich Respekt, aber
mittlerweile gefällt mir das sehr gut. Wir haben viel Zeit miteinander. Es ist
schön zu sehen, wie gut Anica und Maxime, aber auch Loris sich beschäftigen
können, ohne dass wir dauernd ein Programm machen. Sie haben Freude an kleinen
Dingen und können sich stundenlang mit Sand und Wasser und was auch immer sie
finden, beschäftigen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Film ab und an keine
willkommene Abwechslung ist.
In Namibia liegt die Arbeitslosenrate bei über 50%.
Die Leute sind froh um jeden Cent, den sie verdienen können. Viele leben von
Gelegenheitsjobs. Wir versuchen immer mal wieder jemandem einen Job zu geben,
ihn kleine Arbeiten verrichten zu lassen. So zum Beispiel Johannes: Er ist ein
guter Handwerker und erledigt kleinere Reparaturen am Haus. Dann haben wir aber
auch drei Leute, die regelmässig bei uns arbeiten. Rachel kommt zweimal in der
Woche und hilft im Haushalt. Sie putzt, wäscht Geschirr (ja beim täglichen
"Von Hand abwaschen" kommt mir das sehr gelegen :-) ) und bügelt. Sie
ist eine gute Seele und sehr zuverlässig. Theresia kommt 1 1/2 Tage in der
Woche und hilft im Haushalt resp. kümmert sich um die Kinder. So kann ich mal
alleine einkaufen gehen oder etwas erledigen, das langes Anstehen erfordert wie
beispielsweise die Wasserrechnung bezahlen oder bei der Bank Geld abheben. Sie
hat ein gutes Händchen mit Kindern und Anica, Maxime und Loris haben sie sehr
gerne.
Darüber bin ich sehr froh, denn das ermöglicht es mir, in nächster Zeit
eventuell doch auch noch ein wenig zu arbeiten. Was genau, das ist in
Abklärung.
Nebst unserem Leben im "neuen" Heim haben
wir auch noch ein anderes "neues" Heim getestet. Wir haben unseren
ersten Campingausflug gemacht. Das war ein super Erlebnis. Wir sind zu einem
wunderschönen Campingplatz am Fluss gefahren. Campen ist in Namibia sehr
beliebt, daher sind die Campsites auch gut eingerichtet. Alleine das Zelt
aufstellen und einrichten hat den halben Nachmittag gedauert. Dann hiess es
auch bald schon kochen und dann hat das Gaudi angefangen, als wir uns alle fünf
ins Zelt begeben haben. Begleitet von Froschgequake und Hippogebrumme ist einer
resp. eine nach der andern eingeschlafen.
Nun ist es Oktober und die viel vorausgesagte Hitze
hat uns erreicht. Tagsüber klettert das Thermometer nun schon mal über 40 Grad
und nachts kühlt es nicht mehr wirklich ab! Die Hitze hier ist sehr trocken,
was einerseits sehr angenehm ist, weil man nicht so sehr schwitzt, aber eben
halt auch sehr trocken, was relativ unangenehm ist für die Schleimhäute. So haben
wir uns nach reiflicher und langer Überlegung doch dazu entschieden einen Pool
anzuschaffen.
Dieser Entscheid stellt mich nun täglich vor die Herausforderung, mich als Bademeister zu betätigen. Es ist klar, dass alle Kinder aus der Nachbarschaft zum Baden kommen wollen. Wir habern also unsere Baderegeln eingeführt. Siese werden akzeptiert und so geniessen wir nun alle eine nasse Abkühlung in der Hitze.
Ein heisser Gruss also in die Schweiz, wo die
Temperaturen nun wohl eher herbstlich geworden sind.
Alles Gute euch!
Herzlich Andrea









