Lange ist es her seit meinem letzten Eintrag und vieles ist unterdessen passiert! Aber alles der Reihe nach:
Unsere Koffer in Windhoek waren wieder gepackt und zwei Autos waren voll - inklusive Dachträger - beladen. Wir haben unsere Reise Richtung Norden (700km) gestartet. Nach einer Übernachtung in Otavi gings immer weiter nördlich. Die Strassen hier sind einspurig, alle fahren schnell und überholen was das Zeug hält. Ca 150km vor unserem Ziel Rundu passieren wir die Veterinary Border. Sie wurde damals eingerichtet, um sich vor der Maul- und Klauenseuche zu schützen. Nach dieser Grenze wird es richtig "afrikanisch". Die Strassen sind gesäumt von Holzhütten, meist mehrere zusammen, wie ein kleines Dörfchen. Etwa alle 10 km muss man die Geschwindigkeit drosseln, denn es kommt eine Schule, meist auch eine Kirche. Schule und Kirche sind die einzigen Gebäude, die aus Backsteinen bestehen. Die Leute gehen an der Strasse entlang mit Wasserkanistern oder sind einfach auf dem Heimweg. Auch wenn hier die Armut ihr volles Gesicht zeigt, hat die Atmosphäre, die herrscht, doch etwas Friedliches und Liebliches. Die Leute geben sich grosse Mühe, ihr Zuhause schön zu gestalten. Immer wieder sieht man am Strassenrand auch Holzbündel und Tonsachen, die zum Verkauf angeboten werden. Ich hoffe, ich bekomme hier mal die Gelegenehit, so eine Siedlung zu besuchen.
Die Fahrt bis Rundu ist idyllisch und es gibt vieles zu sehen. Und dann endlich: RUNDU, the place to be (wie Daniel, ein Interteamler, zu sagen pflegt :-) ) Rundu ist eine Stadt voll im Wachstum. Es leben hier zur Zeit etwa 90'000 Einwohner und die Stadt wird immer grösser. Man bekommt hier eigentlich alles, was man braucht, dennoch ist die Auswahl nicht so gross wie in Windhoek. Manchmal gibt es Dinge halt grad nicht und man muss ein paar Tage warten. Oder aber man weiss, was man in welchem der zahlreichen Foodstores findet und geht halt je nach dem in den einen oder anderen zum Einkaufen. Zeit hat man hier genug, also macht mir das auch gar nicht so viel aus. Die ersten 4 Wochen werden wir in einem Guesthouse wohnen. Unsere Vorgänger, Familie Abt, sind erst am 7. Juli Richtung Norden losgefahren. Wir können es kaum abwarten, bis wir endlich in unser neues, definitives Heim einziehen können. Die vier Wochen verbringen wir mit Auskundschaften und vor allem mit der Suche nach einer geeigneten Schule für Anica und Maxime. Wir schauen uns die Schule von Noë und Maëlle Abt an und schnell entscheiden wir uns für dieselbe Schule. Diese haben soeben einen neuen Komplex eröffnet, gar nicht weit von unserem neuen Zuhause entfernt. Es gibt da verschiedene Klassenräume: 2 für die Kleinen ab 2 Jahren (Kindergarden), und dann einen für Grade 0 (Kinder, die in diesem Jahr 6 Jahre alt werden, entspricht unserem Kindergarten) und dann einen Raum für Grade 1 (1. Klasse).
Der Unterricht dauert von 8 bis 12 Uhr. Maxime besucht während drei Morgen den Kindergarden und Anica haben wir, obwohl eigentlich zu jung, im Grade 0 eingeschult. Der Unterricht erfolgt ausschliesslich in englisch. Dass Maëlle die ersten drei Wochen noch gemeinsam mit unseren Mädchen die Schule besucht, erleichtert ihnen den Einstieg wahnsinnig. Dennoch ist es nicht ganz einfach! Alles ist neu: neue Lehrerin, neue "Gspänli" (alle mit dunkler Hautfarbe, Anica und Maxime sind die einzigen Weissen) und vor allem eine neue Sprache. Ich bin sehr stolz wie unsere beiden das meistern.
Der Unterricht hier ist nicht ganz so wie wir uns das aus der Schweiz gewohnt sind :-) Weil es eine Privatschule ist, werden die Kinder nicht geschlagen, allenfalls mal eine kleine Tatze auf die Hand. Der Unterricht verläuft sehr lehrerzentriert und besteht vorwiegend aus Vorsagen und Wiederholen. Selbständiges Lernen findet praktisch gar nicht statt. Anica und Maxime kommt dies zur Zeit wohl noch etwas zu Gute, da sie dabei sind, die Sprache zu lernen.
Der Morgen beginnt mit einer Geschichten und Liedern, dann werden anhand von Bildern Zahlen, Farben und Tiere etc. repetiert, dann kommen Aktivitäten draussen, eine grosse Pause und danach malen und spielen sowie nochmals eine Geschichte. Beide haben sie schon neue Freundinnen gefunden und auch der allmorgendliche Ablöseprozess wird immer einfacher.
An den Wochenenden haben ein wenig die nähere Gegend erkundet und ein paar Ausflüge gemacht. Es gibt gar nicht weit ein paar Lodges, die dann sicher auch im Sommer interessant sind, um ab und zu in den kühlen Pool zu springen.
Allerdings startet nach 2 Wochen die erste grosse Krankheitswelle. Eigentlich ist das ja nicht verwunderlich bei der ganzen Umstellung und Anpassung an das neue Leben und auch das neue Klima und die neue Umgebung resp. Atmosphäre. Alle beruhigen uns, es sei ja schliesslich Winter, da sind alle krank. Dennoch ist mir nicht mehr zum Lachen zumute als eines nach dem anderen Antibiotika und Cortison verschrieben bekommt, hier scheinbar die beiden Wundermittel gegen alles. Auf jeden Fall hat es sie und auch mich ziemlich schlimm erwischt und zusammen mit Haus streichen und Umzug wars dann doch ein bisschen viel. Nun sind wir aber alle wieder wohlauf und können in vollen Zügen unseren Garten und das neue Heim geniessen. Vor zwei Tagen sind nun meine Eltern noch angekommen und nun geniessen wir einfach ein bisschen... :-)
Ich nächsten Blog werde ich euch dann von unserem Ausflug in den Etosha und von unserem neuen Heim berichten.
Bis bald!
Herzlich Andrea







