Mittwoch, 10. Oktober 2012

Alltag in Rundu-Namibia


Mehr als vier Monate leben wir nun schon in Rundu. Die Zeit scheint im Fluge zu vergehen. Kaum hat die Woche angefangen ist auch schon wieder Freitag und wir treffen uns mit all unseren Interteam-Freunden zum gemütlichen Abendessen. Wir wechseln uns dabei ab und egal ob man selber kocht oder eingeladen wird, es ist jedes Mal ein wunderbarer Abend.
Ansonsten haben wir uns super eingelebt. Wir haben ein schönes Zuhause.



Die Mädchen gehen gerne zur Schule und können sich schon ziemlich gut auf Englisch verständigen. Es ist sehr spannend ihnen zuzusehen, wie sie täglich ihren Wortschatz erweitern und den ganzen Tag ihre neuen Lieder vor sich hin singen - mehr oder weniger verständlich, aber immer mit gleichem Inhalt: Jesus und Gott!
Auch Loris entwickelt sich prächtig hier unter der namibischen Sonne! Er ist ein grosser Bub und hat sogar schon drei Zähne. Er isst genüsslich seinen Gemüsebrei und seine Früchte und verschmäht auch ein Stück Brot zwischendurch nicht.
Nach den ersten Ferien und Besuchen ist nun wie gesagt "Alltag" eingekehrt. Anica und Maxime sind jeweils morgens von 8 bis 12 Uhr in der Schule/Kindergarten. Allerdings geht Maxime nur Montag, Mittwoch und Freitag. 


Ich beschäftige mich am Morgen mit Haushalt und geniesse die Stunden mit Loris. Weil es noch ein paar Wochen geht bis die Regenzeit einsetzt, muss ich täglich den Garten wässern. Ich habe angefangen ein paar Dinge zu pflanzen wie Peterlie, Basilikum und Schnittlauch. Dann haben wir auch einige andere Grünpflanzen und einen Zitronen- sowie mehrere Mangobäume.
Einige Zeit nimmt auch die Wäsche in Anspruch. Da unser Garten nur aus Sand besteht, kann man sich vorstellen, wie Anica und Maxime abends aussehen. Dementsprechend gibts auch viel zu waschen und vor allem aufzuhängen. Die restliche Zeit geniesse ich dann mit Loris und Maxime.
Von 13 bis 14 Uhr hat Lukas jeweils Mittagspause und kommt zum Essen nach Hause. Die Nachmittag verbringen wir dann im Garten, meistens mit noch vielen anderen Kindern. Die Strasse, in welcher wir wohnen ist voll von Kindern jeden Alters und so wird es Anica und Maxime nie langweilig. Entweder wird bei uns gespielt oder irgendwo sonst. 


Enden tun unsere Tage dann ziemlich müde, aber glücklich in der Badewanne. Und nach einer kurzen Geschichte fallen den beiden auch schon die Augen zu.

Freizeitangebote gibt es hier gar keine! Somit ist eigentlich die grösste Herausforderung, welche die Zeit hier an uns stellt, dass wir uns als Familie miteinander beschäftigen müssen, dürfen, können...
Am Anfang hatte ich davor ziemlich Respekt, aber mittlerweile gefällt mir das sehr gut. Wir haben viel Zeit miteinander. Es ist schön zu sehen, wie gut Anica und Maxime, aber auch Loris sich beschäftigen können, ohne dass wir dauernd ein Programm machen. Sie haben Freude an kleinen Dingen und können sich stundenlang mit Sand und Wasser und was auch immer sie finden, beschäftigen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Film ab und an keine willkommene Abwechslung ist.

In Namibia liegt die Arbeitslosenrate bei über 50%. Die Leute sind froh um jeden Cent, den sie verdienen können. Viele leben von Gelegenheitsjobs. Wir versuchen immer mal wieder jemandem einen Job zu geben, ihn kleine Arbeiten verrichten zu lassen. So zum Beispiel Johannes: Er ist ein guter Handwerker und erledigt kleinere Reparaturen am Haus. Dann haben wir aber auch drei Leute, die regelmässig bei uns arbeiten. Rachel kommt zweimal in der Woche und hilft im Haushalt. Sie putzt, wäscht Geschirr (ja beim täglichen "Von Hand abwaschen" kommt mir das sehr gelegen :-) ) und bügelt. Sie ist eine gute Seele und sehr zuverlässig. Theresia kommt 1 1/2 Tage in der Woche und hilft im Haushalt resp. kümmert sich um die Kinder. So kann ich mal alleine einkaufen gehen oder etwas erledigen, das langes Anstehen erfordert wie beispielsweise die Wasserrechnung bezahlen oder bei der Bank Geld abheben. Sie hat ein gutes Händchen mit Kindern und Anica, Maxime und Loris haben sie sehr gerne. 


Darüber bin ich sehr froh, denn das ermöglicht es mir, in nächster Zeit eventuell doch auch noch ein wenig zu arbeiten. Was genau, das ist in Abklärung.

Nebst unserem Leben im "neuen" Heim haben wir auch noch ein anderes "neues" Heim getestet. Wir haben unseren ersten Campingausflug gemacht. Das war ein super Erlebnis. Wir sind zu einem wunderschönen Campingplatz am Fluss gefahren. Campen ist in Namibia sehr beliebt, daher sind die Campsites auch gut eingerichtet. Alleine das Zelt aufstellen und einrichten hat den halben Nachmittag gedauert. Dann hiess es auch bald schon kochen und dann hat das Gaudi angefangen, als wir uns alle fünf ins Zelt begeben haben. Begleitet von Froschgequake und Hippogebrumme ist einer resp. eine nach der andern eingeschlafen. 





Nun ist es Oktober und die viel vorausgesagte Hitze hat uns erreicht. Tagsüber klettert das Thermometer nun schon mal über 40 Grad und nachts kühlt es nicht mehr wirklich ab! Die Hitze hier ist sehr trocken, was einerseits sehr angenehm ist, weil man nicht so sehr schwitzt, aber eben halt auch sehr trocken, was relativ unangenehm ist für die Schleimhäute. So haben wir uns nach reiflicher und langer Überlegung doch dazu entschieden einen Pool anzuschaffen.



Dieser Entscheid stellt mich nun täglich vor die Herausforderung, mich als Bademeister zu betätigen. Es ist klar, dass alle Kinder aus der Nachbarschaft zum Baden kommen wollen. Wir habern also unsere Baderegeln eingeführt. Siese werden akzeptiert und so geniessen wir nun alle eine nasse Abkühlung in der Hitze.

Ein heisser Gruss also in die Schweiz, wo die Temperaturen nun wohl eher herbstlich geworden sind.
Alles Gute euch!
Herzlich Andrea

Sonntag, 29. Juli 2012

Rundu

Lange ist es her seit meinem letzten Eintrag und vieles ist unterdessen passiert! Aber alles der Reihe nach:
Unsere Koffer in Windhoek waren wieder gepackt und zwei Autos waren voll - inklusive Dachträger - beladen. Wir haben unsere Reise Richtung Norden (700km) gestartet. Nach einer Übernachtung in Otavi gings immer weiter nördlich. Die Strassen hier sind einspurig, alle fahren schnell und überholen was das Zeug hält. Ca 150km vor unserem Ziel Rundu passieren wir die Veterinary Border. Sie wurde damals eingerichtet, um sich vor der Maul- und Klauenseuche zu schützen. Nach dieser Grenze wird es richtig "afrikanisch". Die Strassen sind gesäumt von Holzhütten, meist mehrere zusammen, wie ein kleines Dörfchen. Etwa alle 10 km muss man die Geschwindigkeit drosseln, denn es kommt eine Schule, meist auch eine Kirche. Schule und Kirche sind die einzigen Gebäude, die aus Backsteinen bestehen.  Die Leute gehen an der Strasse entlang mit Wasserkanistern oder sind einfach auf dem Heimweg. Auch wenn hier die Armut ihr volles Gesicht zeigt, hat die Atmosphäre, die herrscht, doch etwas Friedliches und Liebliches. Die Leute geben sich grosse Mühe, ihr Zuhause schön zu gestalten. Immer wieder sieht man am Strassenrand auch Holzbündel und Tonsachen, die zum Verkauf angeboten werden. Ich hoffe, ich bekomme hier mal die Gelegenehit, so eine Siedlung zu besuchen.





Die Fahrt bis Rundu ist idyllisch und es gibt vieles zu sehen. Und dann endlich: RUNDU, the place to be (wie Daniel, ein Interteamler, zu sagen pflegt :-) ) Rundu ist eine Stadt voll im Wachstum. Es leben hier zur Zeit etwa 90'000 Einwohner und die Stadt wird immer grösser. Man bekommt hier eigentlich alles, was man braucht, dennoch ist die Auswahl nicht so gross wie in Windhoek. Manchmal gibt es Dinge halt grad nicht und man muss ein paar Tage warten. Oder aber man weiss, was man in welchem der zahlreichen Foodstores findet und geht halt je nach dem in den einen oder anderen zum Einkaufen. Zeit hat man hier genug, also macht mir das auch gar nicht so viel aus. Die ersten 4 Wochen werden wir in einem Guesthouse wohnen. Unsere Vorgänger, Familie Abt, sind erst am 7. Juli Richtung Norden losgefahren. Wir können es kaum abwarten, bis wir endlich in unser neues, definitives Heim einziehen können. Die vier Wochen verbringen wir mit Auskundschaften und vor allem mit der Suche nach einer geeigneten Schule für Anica und Maxime. Wir schauen uns die Schule von Noë und Maëlle Abt an und schnell entscheiden wir uns für dieselbe Schule. Diese haben soeben einen neuen Komplex eröffnet, gar nicht weit von unserem neuen Zuhause entfernt. Es gibt da verschiedene Klassenräume: 2 für die Kleinen ab 2 Jahren (Kindergarden), und dann einen für Grade 0 (Kinder, die in diesem Jahr 6 Jahre alt werden, entspricht unserem Kindergarten) und dann einen Raum für Grade 1 (1. Klasse).
Der Unterricht dauert von 8 bis 12 Uhr. Maxime besucht während drei Morgen den Kindergarden und Anica haben wir, obwohl eigentlich zu jung, im Grade 0 eingeschult. Der Unterricht erfolgt ausschliesslich in englisch. Dass Maëlle die ersten drei Wochen noch gemeinsam mit unseren Mädchen die Schule besucht, erleichtert ihnen den Einstieg wahnsinnig. Dennoch ist es nicht ganz einfach! Alles ist neu: neue Lehrerin, neue "Gspänli" (alle mit dunkler Hautfarbe, Anica und Maxime sind die einzigen Weissen) und vor allem eine neue Sprache. Ich bin sehr stolz wie unsere beiden das meistern.
Der Unterricht hier ist nicht ganz so wie wir uns das aus der Schweiz gewohnt sind :-) Weil es eine Privatschule ist, werden die Kinder nicht geschlagen, allenfalls mal eine kleine Tatze auf die Hand. Der Unterricht verläuft sehr lehrerzentriert und besteht vorwiegend aus Vorsagen und Wiederholen. Selbständiges Lernen findet praktisch gar nicht statt. Anica und Maxime kommt dies zur Zeit wohl noch etwas zu Gute, da sie dabei sind, die Sprache zu lernen.  
Der Morgen beginnt mit einer Geschichten und Liedern, dann werden anhand von Bildern Zahlen, Farben und Tiere etc. repetiert, dann kommen Aktivitäten draussen, eine grosse Pause und danach malen und spielen sowie nochmals eine Geschichte.  Beide haben sie schon neue Freundinnen gefunden und auch der allmorgendliche Ablöseprozess wird immer einfacher.





An den Wochenenden haben ein wenig die nähere Gegend erkundet und ein paar Ausflüge gemacht. Es gibt gar nicht weit ein paar Lodges, die dann sicher auch im Sommer interessant sind, um ab und zu in den kühlen Pool zu springen.
Allerdings startet nach 2 Wochen die erste grosse Krankheitswelle. Eigentlich ist das ja nicht verwunderlich bei der ganzen Umstellung und Anpassung an das neue Leben und auch das neue Klima und die neue Umgebung resp. Atmosphäre. Alle beruhigen uns, es sei ja schliesslich Winter, da sind alle krank. Dennoch ist mir nicht mehr zum Lachen zumute als eines nach dem anderen Antibiotika und Cortison verschrieben bekommt, hier scheinbar die beiden Wundermittel gegen alles. Auf jeden Fall hat es sie und auch mich ziemlich schlimm erwischt und zusammen mit Haus streichen und Umzug wars dann doch ein bisschen viel. Nun sind wir aber alle wieder wohlauf und können in vollen Zügen unseren Garten und das neue Heim geniessen. Vor zwei Tagen sind nun meine Eltern noch angekommen und nun geniessen wir einfach ein bisschen... :-)
Ich nächsten Blog werde ich euch dann von unserem Ausflug in den Etosha und von unserem neuen Heim berichten.
Bis bald!
Herzlich Andrea

Dienstag, 5. Juni 2012

Schon wieder packen...


Seit bald 5 Wochen sind wir nun in Windhoek und haben uns schon ziemlich an das Leben hier gewöhnt. Wir sind allesamt wohlauf. Den Kindern geht es gut und unser Kleinster entwickelt sich prächtig. Er ist ein richtiger Sonnenschein und wenn er nicht gerade eine volle Windel hat oder müde ist, dann lächelt er, dass man dahin schmilzt, ein richtiger Charmebolzen :-) Schon viele Male wurde ich gefragt: Can I have your baby? I give you diamonds... Oder: In a few years, he will be my boyfriend! Aber da lächle ich dann und sage: No no, it was too hard work!! und Anica und Maxime schauen dazu sehr grimmig!
Anica hat ihren ersten Zahn verloren, was sie mächtig stolz macht! Und die beiden sind auch eifrig am Englisch lernen. Ein paar Brocken können sie schon und die Leute hier haben Freude, wenn sie versuchen etwas zu bestellen oder sich bedanken. Auch zählen beide schon ganz fleissig bis 10!
Auch sonst haben wir uns mit einigen namibischen Sitten vertraut gemacht. Es dauert einfach alles ziemlich lange... Wir als Schweizer, die wir uns speditive Arbeit gewohnt sind, müssen uns da in Geduld üben. Entweder muss man für einen zweiten Autoschlüssel an drei verschiedenen Orten vorbei schauen (und jedes Mal warten...) oder aber es ist gerade niemand da, der dafür zuständig ist. Aber ehrlich gesagt, hat das auch was. Man fängt an, alles gemütlicher zu nehmen, man hat ja schliesslich Zeit. Und irgendwie ist es auch schön, wenn man nicht mehr immer so gehetzt durch den Tag muss. Wahrscheinlich haben wir dann zuhause wieder etliche Mühe uns umzugewöhnen.
Wir haben natürlich auch wieder ein paar Ausflüge unternommen in nahegelegene Lodges und einen grösseren Ausflug nach Swakopmund. Swakopmund liegt am Meer und ist ein richtig deutsches Städtchen. Wir haben da in einem tollen Hotel direkt am Meer gewohnt und natürlich durfte dabei auch das Spielen am Strand nicht fehlen.





Abgerundet haben wir unseren Ausflug mit einer Bootstour in Walvis Bay, wo wir unendlich viele Robben, Pelikane und sogar Delfine gesehen haben. Letztere sind eine ganze Weile neben unserem Boot hergeschwommen.

Als Abschluss habe ich dann noch meine erste Auster gekostet, ganz frisch!
Überhaupt machen wir hier kulinarisch viele neue Erfahrungen. So stand auch schon Zebra auf unserem Speiseplan. Ich kann mir schon denken, was euch jetzt durch den Kopf geht, aber hier ist das eben so wie bei uns im Herbst Wildzeit. Und schmecken tut alles in etwa so wie Rind.
Unterwegs haben wir in einer gemütlichen Gästefarm übernachtet. Gästefarmen sind hier in Namibia sehr zu empfehlen. Die Atmosphäre ist viel familiärer und man trifft die unterschiedlichsten Leute, kommt ins Gespräch und bekommt neue Reisetipps.
Einen Ausflug haben wir den Kindern zuliebe in eine Art Vergnügungspark gemacht. Irgendwie war es ein wenig trostlos, weil viele Dinge "broken" oder "out of order" waren. Aber die Kinder und auch Lukas hatten Spass ;-)



Hier wird es nun langsam kühler, um nicht zu sagen kalt. Am Abend ist man also definitiv sehr froh, wenn man unter die warme Decke schlüpfen kann. Und am Morgen haben wir in der Wohnung nicht selten so 17-18 Grad. Wir benutzen die Klimaanlage nun zum Heizen, allerdings geht das nur in der Küche/Essecke. Aber bald schon gehts los Richtung Norden und da solls schon etwas wärmer sein.
Wir sind eben wieder am Packen. Am Donnerstag gehts los nach Rundu, unserem Reiseziel und zukünftigen Wohnort. Wir sind alle sehr gespannt und voller Vorfreude auf unser neues Zuhause und all die lieben Leute, die dort auf uns warten. Anica wird dort auch ihre neue Schule kennen lernen und mal sehen, obs für Maxime auch etwas gibt, so eine Art Spielgruppe vielleicht. Bevor wir jedoch unser neues Zuhause beziehen können, wohnen wir nochmals 5 Wochen in einem Guesthouse. Abts, unsere Vorgänger wohnen noch dort. Das gibt uns aber die Gelegenheit, mit ihnen zusammen alles kennen zu lernen und sicher haben sie mit drei Kindern auch viel Erfahrung und viele Tipps für unser zukünftiges Leben im Kavango.
Das nächste Mal werde mich dann also vom Norden melden mit neuen Fotos von unserem Zuhause.
Hier noch zum Abschluss ein Bild, das wir täglich so erleben dürfen, welches uns aber immer wieder aufs Neue fasziniert!
Herzlich Andrea

Freitag, 11. Mai 2012

Ausreise-Einreise-Erste Eindrücke

Bei allerschönstem Wetter durften wir uns von unseren Freunden verabschieden - die Kinder haben sogar noch im Pool gebadet! Nun lagen nur noch 3 Tage vor unserer Abreise und es musste noch viel erledigt werden. Die Koffer waren noch nicht fertig gepackt - sie durften ja das Maximalgewicht von 23kg je Koffer nicht überschreiten! Also ab auf die Waage, auspacken, umpacken und wieder auf die Waage. Dann mussten da ja auch noch andere Dinge erledigt werden wie zB die letzte Impfung fassen. Am Mittwoch um 14.30 Uhr war es dann soweit. Der Taxibus und alle Privaten kamen, die Koffer wurden eingeladen und ab gings zum Flughafen. Das Einchecken ging nur etwa eine halbe Stunde, es waren ja auch nur 13 Koffer, 3 Handgepäckstücke, ein Kinderwagen und ein Autositz ;-) Die Dame am Schalter schien uns leicht überfordert, aber es hat alles ganz wunderbar geklappt und es sind alle Gepäckstücke unversehrt in Windhoek angekommen.
Der Flug ging über London und dann weiter nach Johannesburg und von dort nach Windhoek. Mit drei Kindern naja.... Aber an dieser Stelle darf man den Dreien ein ganz grosses Lob aussprechen! Haben sogar die Flugbegleiterinnen gemacht :-) Sie haben es super gemacht!
Am Donnerstag Nachmittag sind wir dann endlich in Windhoek gelandet, nach rund 24 Stunden Reise. 
Tom, der Koordinator von INTERTEAM hat uns herzlich empfangen und zu unserem vorübergehenden Zuhause gebracht. Während unseres 5-wöchigen Aufenthalts in Windhoek, wo Lukas sich mit der PO (Partnerorganisation) TUCSIN vertraut macht, dürfen wir im Appartement von Patric und Marjke, ebenfalls INTERTEAM-Leute, wohnen. Das Appartement hat drei Schlafzimmer und 2 Bäder, eine grosse Küche mit Essecke und ein grosses Wohnzimmer wie auch einen Sitzplatz und einen Garten mit 2 Schildkröten. Diese werden nun liebevoll von Anica und Maxime versorgt. Wir fühlen uns hier sehr wohl und auch sicher. Die Wohnung liegt in einem kleinen abgeschlossenen Compound. Die Mädchen können trottinettlen und es hat sogar einen kleinen Spielplatz. 
Netterweise dürfen wir auch das Auto von Arns gebrauchen. Ohne Auto ist es beinahe unmöglich, sich in Windhoek fortzubewegen. Das war am Anfang jedoch eine kleine Herausforderung. Es herrscht Linksverkehr!! Wenn man also in einer Stadt, die man wenig kennt auf der Kreuzung steht, der Scheibenwischer läuft, weil man ihn mit dem Blinker verwechselt hat, man im dritten Gang ist statt im ersten, weil ja auch die Gangschaltung links ist,  die Ampel auf orange umschaltet, dann schwitzt man nicht wegen der Hitze...;-) Aber man gewöhnt sich daran und es wird einfacher. A propos hat Lukas heute gerade unser neues Auto gekauft! Fotos folgen...
Das Leben hier in der Hauptstadt ist toll. Es gibt so gut wie alles zu kaufen, auch deutsche Markenprodukte. Es ist teilweise einfach eine Frage des Preises. Ziemlich günstig ist hier allerdings Fleisch. 500 Gramm zartestes Rindsfilet kosten gerade mal 10.-! Und es ist ausgezeichnet!!
Wir haben auch schon zwei tolle Restaurant gefunden. Eines liegt in einem Park mitten in der Stadt mit angrenzendem Spielplatz und eines hat den Spielplatz sogar mittendrin. Dieses Land ist absolut kinderfreundlich!
Super ist auch, dass man in kürzester Zeit draussen in der Natur ist. Wir haben schon ein paar kleine Ausflüge gemacht und dabei allerhand Tiere gesehen wie Giraffen, Kudus, Wildschweine, Zebras und sogar einen Affen, der gemütlich über die Strasse gehüpft ist.
Man muss sich auch keine Gedanken wegen des Wetters machen. Es ist einfach den ganzen Tag sonnig und wolkenlos! Gegen Abend jedoch wird es schon langsam recht kühl. Es ist ja auch Herbst. Aufgrund dessen haben sich auch unsere Gewohnheiten etwas geändert. Da es schon um 17.30 Uhr stockfinster ist und man sich dann eigentlich nicht mehr draussen aufhält, sind wir alle schon früh im Bett. Dafür ist dann morgens um 5.45 Uhr schon wieder taghell. Aber ganz so früh stehen wir dann nicht auf ;-) Auch unser Jüngster hält sich zur grossen Freude von Lukas und mir an die "Schlafzeiten" (20.00 bis 5.00 Uhr). Da haben wir dann am Abend noch ein bisschen Zeit für uns.
Nächste Woche geht dann für Lukas die Arbeit los und ich bin alleine mit den Kindern. Mal sehen, was wir dann so unternehmen werden. 
Ich hoffe, ihr habt ein bisschen einen Eindruck bekommen. Ich versuche euch regelmässig auf dem Laufenden zu halten!
Herzlich Andrea